ESP einstellen - Kramer 450 Export

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ESP einstellen

Wissenswertes
CAV DPA Einspritzpumpe am Kramer 450 Export einstellen

 
Seit einiger Zeit fiel mir auf, dass der Motor bei längerer Bergabfahrt etwas blau aus dem Auspuff qualmte. Öl konnte es nicht sein, das üblicherweise über die Ventilschäfte bei Schubbetrieb eingesogen und verbrannt wird. Der Motor hat keine Drosselklappe, die für einen Unterdruck vor den Ventilen sorgt und des Weiteren war der Blauqualm bei Vollgas aufgetreten. Sobald man in den Schubbetrieb des Motors ging, hörte das Qualmen wiederum auf. Also wurde unverbranntes Diesel in den Auspuff ausgestoßen und dort durch die Hitze verbrannt. Nach einigen Gesprächen mit Fachleuten, wurde mir geraten, die ESP prüfen zu lassen, da es den Anschein hat, dass der Spritzversteller nicht ordnungsgemäß funktioniert.

So habe ich dann die Pumpe zum Bosch Dieselservice Brenner nach Mannheim zur Prüfung gebracht. Dort wurde mir bestätigt, dass der Spritzversteller nicht genug Verstellweg macht und die Fördermenge zu gering eingestellt ist. Nach der Reparatur meiner Einspritzpumpe habe ich diese voller Tatendrang nach der Anleitung aus den Kramer-Unterlagen eingebaut.
 
„Bei Ab- und Anbau werden Pumpe und Motor auf den Förderbeginn von Zylinder 1 eingestellt (= 13° vor O.T.). Bei diesem Motor ist der Zylinder 1 der vorderste Zylinder. Bei der Einstellung auf 13° vor O.T. müssen beide Ventile geschlossen sein (Kolben steht vor dem Zündtotpunkt). Diese Einstellung wird uns durch die Kontrollbohrung im Kurbelgehäuse und eine in der Schwungscheibe erleichtert. Beide Bohrungen treffen genau aufeinander, wenn der Kolben von Zylinder 1 auf 13° vor O.T. steht. Diese Stellung kann von außen mit einem 6 mm-Stift ermittelt und fixiert werden.“

Kontrolle FührungsnutSoweit ganz einfach. Da es im Pumpenantriebsrad noch eine breite Führungsnut für die Antriebswelle gibt, kann man beim Anbau nichts falsch machen. Diese Führungsnut zeigt nach der Kontrolle mit einem Geodreieck auch exakt auf einen Winkel von 45° nach oben (1/2 2 nach der Uhr). Dann heißt es in der Anleitung weiter: „Nach diesen Vorbereitungen und Kontrollen wird die Pumpe mit dem Pumpenantriebsgehäuse zusammengebaut. Vor dem Anziehen der drei Bolzenmuttern werden die Strichmarkierungen auf dem Pumpen- und Antriebsgehäuseflanschen zueinander eingestellt.“

Genauso habe ich alles zusammengebaut, in der Hoffnung, dass nach der Reparatur der ESP alles wieder wie neu passt und auf die Markierungen eingestellt werden kann. Nach dem Starten, die Ernüchterung. Qualm und unrunder Lauf. Also wieder an die Pumpe ran und so einstellen wie beim letzten Mal. Die Muttern lösen und die Pumpe zum Motor hindrehen. Als der Motor nun rund lief, dieMotor am Starterkranz drehen Gasannahme wieder ok war, dachte ich, ich muss mir mal die Mühe machen und den eingestellten Förderbeginn vor O.T. ausmessen. Dazu habe ich zunächst wieder über die Schwungscheibe den angeblichen Förderbeginn abgesteckt, eine Markierung auf die Riemenscheibe aufgebracht und diese Position mit einem Magnetständer und einer angebrachten Reisnadel die Position festgehalten. Dann habe ich am ersten Zylinder die Einspritzleitung an der Düse gelöst und die Glühkerzen herausgeschraubt, damit sich der Motor leichter drehen lässt. So kann man den Motor leicht am Lüfterflügel drehen. Um jedoch den Motor in kleinen vorsichtigen Schritten bewegen zu können, habe ich an der Kupplungsglocke seitlich einen Verschlussstopfen entfernt. Somit kann man mit einem GIF FörderbeginnSchraubendreher am Starterkranz in ganz kleinen Schritten den Motor drehen. Danach habe ich so den Motor gedreht, bis aus der Einspritzleitung ein kleiner Tropfen Diesel austrat. Diese Position habe ich dann wieder auf der Riemenscheibe markiert. Das habe ich dann mehrmals wiederholt, um die Markierung zu bestätigen. Wichtig hierbei ist, den Motor immer in die Laufrichtung zu drehen. Nicht zurück, sonst entspannt sich die Kette (fehlender Druck am Kettenspanner) und der gemessene Förderbeginn kann ein wenig abweichen.

Anschließend wurde der Abstand der beiden Markierungen mit einem Messschieber am Umfang ausgemessen und den Durchmesser Markierungen auf Riemenscheibeder Riemenscheibe bestimmt. Mit den Daten habe ich über den Abstand der Markierungen den Winkel berechnet. Dieser lag dann bei ca. 10°. Zufall? Nur drei Grad neben den vorgegebenen 13° Vor O.T.? Irgendwie würde es in meinen Augen bedeuten, dass die Absteckung in der Schwungscheibe dem O.T. gleich käme!? Auffällig ist bei meinen Besuchen auf den diversen Schleppertreffen, dass bei den anwesenden Export Modellen alle die ESP zum Motor hin verdreht hatten. Würde ja zu den Erfahrungen aus den letzten Jahren passen. Mit den Erkenntnissen und einigen Überlegungen bin ich mutig an die Sache heran gegangen, habe eine Markierung für die 13° vor O.T. auf die Riemenscheibe aufgebracht und den Förderbeginn dahin eingestellt. Mit dieser Einstellung läuft der Motor schön rund und zieht wieder ordentlich durch.


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